VEREIN GEDENKSTÄTTE KZ ENGERHAFE E.V.

 

 
  
     Gedenktafel auf dem Friedhof Engerhafe

Erforschung, Aufarbeitung und Dokumentation


Die Aufgabe der Arbeitsgruppe Erforschung, Aufarbeitung und Dokumentation des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe e.V. besteht in erster Linie darin, die Geschichte des Konzentrationslagers Engerhafe und des Panzergraben-Kommandos für den Friesenwall historisch zu erfassen, zu dokumentieren, auszuwerten und einzuordnen. Mögen das zeitliche Bestehen des KZ und sein geographischer Rahmen überschaubar erscheinen, so ist es doch Bestandteil des in seiner Organisation und Perfidie komplexen NS-Lagersystems in Europa. Von daher gilt es, eine Reihe von Aspekten zu berücksichtigen, um dem Lager Engerhafe als Baustein eines inhumanen Gesellschaftsmodells gerecht werden zu können:

1. Auf der Grundlage bereits vorliegender Untersuchungen und unter Auswertung der Quellen sollen die Einrichtung, Ausstattung, die Funktionsweise und der Lager- und Arbeitsalltag des KZ Engerhafe so umfassend wie möglich rekonstruiert und dargestellt werden. Materielle, immaterielle und schriftliche Spuren sollten gekennzeichnet, bewahrt und zugänglich gemacht werden. Zudem ist von Interesse, welche Bedeutung das KZ Engerhafe für sein regionales Umfeld hatte und heute noch hat.

2. Besonderes Anliegen des Vereins ist es, die Häftlinge, die Opfer in ihrem individuellen Schicksal und mit ihrer Persönlichkeit wahrzunehmen. Daher bemüht sich die Arbeitsgruppe, Häftlinge zu identifizieren, ihre Biographien zu schreiben und ihnen ein Gesicht und einen Namen, keine Nummer, wieder zu geben. Ausgehend von den Totenlisten und Quellen aus dem Stammlager Neuengamme können hier Anhaltspunkte gefunden werden, um der Lebenserzählung der Häftlinge zu folgen, ihr zuzuhören und evtl noch Zeugen bzw Betroffene ausfindig zu machen.

3. Die Arbeitsgruppe kann zudem Beiträge zur Situierung der Gedenkstätte im historischen Ort des Lagers liefern, wenn es darum geht, die Präsentation und Ausstellung konkret mit Gedenkorten wie dem Friedhof, den Lagergrenzen etc zu verbinden.


2011/2012 sind zunächst folgende Arbeitsschritte vorgesehen:
- Erfassung von Quellen und Literatur zum Thema KZ Engerhafe
- Einrichtung eines Handapparates zum Thema KZ Engerhafe in der Gedenkstätte
- Abgleich der verschiedenen Versionen der Totenzettel
- Nachsuche nach Vorgeschichte von und weiteren Hinweisen auf Todesopfer und Häftlinge in Archiven (Neuengamme, Aurich u.a.)
- Recherche von Häftlingsbiographien insbesondere in Ostmitteleuropa (Anfragen bei Archiven, Meldeämtern, Opferverbänden etc)


Erste Ergebnisse 2012:

In den ersten Monaten des Jahres wurde eine CD mit einer Dokumentation erstellt. Sie enthält folgende Inhalte:

- Bibliographie zum Thema Engerhafe
- Abgleich der Totenlisten mit Quellenangaben
- Grundlagenliteratur zur Geschichte des KZ-Engerhafe

Die CD wird auf der nächsten Kuratoriumssitzung von Hans-Christian Bauer vorgestellt.

Im Mai ist ein Besuch des Staatsarchives in Lodz geplant. Dort soll nach Spuren der zum Ghetto Litzmannstadt deportierten Juden aus Ostfriesland geforscht werden.

 

nach oben ...
 

Verein Gedenkstätte KZ-Engerhafe e.V. - Kirchwyk 5 - 26624 Engerhafe