VEREIN GEDENKSTÄTTE KZ ENGERHAFE E.V.

 

 
  
     Das historische Pfarrhaus

Appell für Frieden
"Amicale de Neuengamme" besucht Engerhafe

(Text: Folkert Bents, Fotos: Renate Meyer-Kubik)

Nicht Feindschaft - Todfeindschaft- sondern Freundschaft müsse weiterhin die Zukunft Europas und der Welt bestimmen, betonten die neunzigjährigen Carl Osterwald vom Verein Gedenkstätte KZ –Engerhafe und Pascal Vallicioni , überlebender Gefangener des KZ Neuengamme, als sie sich die Hände gaben. Ihre Hoffnung ruhe auf ein einiges Europa als Gewähr für Frieden, war die Botschaft beider Zeitzeugen, die die unheilvolle Zeit des Nationalsozialismus selbst erlebten.

Anlass ihres Appells und ihrer Begegnung war der Besuch von Mitgliedern der "Amicale de Neuengamme". Unter Leitung ihres Präsidenten Jean Michel Clere besuchten 37 französische Mitglieder der Amicale de Neuengamme die Gedenkstätte des KZ Engerhafe und das Mahnmal am Panzergraben in Aurich am vergangenen Samstag.


Carl Osterwald mit den Gästen

Bei der "Amicale de Neuengamme" handelt es sich um eine europaweite Organisation, die 1958 von überlebenden Häftlingen des Konzentrationslagers Neuengamme gegründet wurde. Heute besteht die Organisation aus über 600 Mitgliedern aus verschiedenen Ländern, überwiegend Familienangehörige ehemaliger Gefangene. Jährliche Fahrten führen die Mitglieder der "Amicale de Neuengamme" zu den Außenlagern des KZ Neuengamm. Erstmals besuchten sie nun das Außenlager Engerhafe.

Am Mahnmal des ehemaligen Panzergrabens in Sandhorst nahmen Ulrich Kohlhoff und Herbert Müller vom Vorstand des Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe die französischen Gäste im Alter zwischen 10 und 90 Jahren in Empfang. Anschließend führte ihr Weg, den auch die Gefangenen damals nahmen, weiter nach Engerhafe. Hier wurden sie von Mitgliedern des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe bereits erwartet. Nach einem einführenden Vortrag im Gulfhof Ihnen wechselte die Gruppe in das benachbarte alte Pfarrhaus, in dem sich die Räume der Gedenkstätte befinden. Hier interessierten sich die Mitglieder besonders für das Schicksal der 17 französischen Opfer unter den damals 188 in Engerhafe zu Tode gekommen Gefangenen.

Abschließender Höhepunkt des Gedenkstättenbesuchs war der Gang zur Grabstätte der KZ-Opfer mit der Niederlegung von Blumengestecken. Während des gesamten Besuchs erfolgte eine simultane Übersetzung der Redebeiträge durch Daniel Früh, Lehrer für Französisch an der IGS in Marienhafe-Moorhusen, der auch von einigen Schülern begleitet wurde. Bevor die französische Gruppe ihre Reise zum Außenlager Bunker Valentin nach Bremen fortsetzte, beschloss man den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen der "Amicale de Neuengamme" und dem Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe auszubauen und zu intensivieren.



Niederlegung von Blumengestecken an der Grabstätte der KZ-Opfer in Engerhafe

 

 

Auschwitzgedenktag 2017
( Text: Folkert Bents, Fotos: Günther Lübbers)

An die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnerten die Teilnehmer der jährlichen Gedenkveranstaltung am 27.Januar 2017. Auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder die Deutsch Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland, das Europahaus Aurich, das Gymnasium "Ulricianum" Aurich, der Heimatverein Aurich, die Ökumene in Aurich, die Projektgruppe Kriegsgräberstätte Tannenhausen, die Stadt Aurich und der Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe e.V.. Die Federführung lag in diesem Jahr beim Heimatverein Aurich.


Gedenken in der Lambertikirche Aurich

 

Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste von Superintendent Tido Janssen, der mahnende Worte zu jüngsten gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland fand.


Superintendent Tido Janssen

 

Für den Heimatverein Aurich begrüßte dessen 1. Vorsitzende Heinz-Wilhelm Schnieders die Anwesenden und führte in das Programm des Abends ein.


Heinz-Wilhelm Schnieders, 1.Vorsitzender des Heimatvereins Aurich

 

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung stand in diesem Jahr Jan Bender, der 1937 Organist und Chorleiter in Aurich war. Als Gegner der Nationalsozialisten wurde er im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bender überlebte die Gewaltherrschaft. An sein Leben erinnerte sein jüngster Sohn Matthias Bender, der heute in Berlin lebt.


Matthias Bender (Sohn von Jan Bender)


Im Musikalischen Teil des Programms spielten die Bläser des Gymnasiums Ulricianum unter der Leitung von Sebastian Berger. Der Kreiskantor Maxim Polijakowski spielte an der Orgel.


Bläsergruppe des Gymnasiums Ulricianum


Maxim Polijakowski leitete auch den "Jan-Bender-Projektchor" der aus Mitgliedern des Ostfriesischen Kammerchores bei der Präsentation des "Briefes von Anne Frank".


Maxim Polijakowski an der Orgel

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die deutsche Erstaufführung der Kantate " Ein Brief von Anne Frank": Die Kantate für Streicher, Flöte Sopransolo und Chor op. 76 ist ein Werk von Jan Bender. Er vertonte in dieser Kantate einen Brief den Anne Frank, die im KZ Bergen-Belsen umgebracht wurde, am 12.Februar 1944 an ihre Tagebuchfreundin Kitty schrieb. Das Sopransolo der Kantate sang die Oldenburgerin Marietta Jobmann.


Mitglieder des Ostfriesischen Kammerorchesters und der "Jan-Bender-Projektchor"

 


Programm mit Text von Anne Frank

Vertreter der veranstaltenden Gruppen mit Familie Bender

 

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Verein Gedenkstätte KZ-Engerhafe e.V. - Kirchwyk 5 - 26624 Engerhafe