VEREIN GEDENKSTÄTTE KZ ENGERHAFE E.V.

 

 
  
     Das historische Pfarrhaus

Angehörige von Opfern besuchen die Gedenkstätte in Engerhafe


Besuch von Frau Monica Coste


Am 19. und 20. Mai hat Monica Coste auf Einladung des Vereins Engerhafe besucht, den Ort, an dem ihr Vater, Andre Albert Coste, im damaligen KZ Engerhafe 1944 zu Tode gekommen ist. Monica Coste, seit langem Schwester im Orden "Die kleinen Schwestern Jesu", ist Französin, begleitet wurde sie von einer Mitschwester, Marie Walburg und von Imke Müller-Hellmann. Wir sind mit Monica durch die Ausstellung im alten Pfarrhaus gegangen und es war ein schwerer Moment, als sie den Namen ihres Vaters auf einem der Totenzettel fand, die dort ausgestellt sind.

Es gab noch viele Momente der Trauer und des Erinnerns bei diesem Besuch: am Mahnmal, auf dem Weg nach Georgsheil, den wir zu Fuß mit ihr gingen – so hat Monica es sich gewünscht, wie die Gefangenen damals 1944. Und schließlich an des Resten des Panzergrabens in Aurich. Am Panzergraben bat sie ihre Mitschwester, Zeilen aus der Offenbarung vorzulesen, in denen es heißt, dass Gott die Tränen abwischt. In Engerhafe hatte sie den Bibeltext noch auf Französisch verlesen und auf einem Blatt unter einem Stein hinterlassen – am Panzergraben war es ihr jetzt möglich, diese Worte erst mal auf Deutsch zu hören.


Besuch der Familie Hamming

Am Pfingstsonntag besuchten drei Kinder, des am 23. November 1944 in Engerhafe verstorbenen Jakob Lodewijk Hamming, die Gedenkstätte. Sie nahmen den Geburtstag ihres Vaters zum Anlass für den Besuch. Ihr Vater, früher als Jurist bei der Firma Phillips beschäftigt, lebte schon vor seiner Verhaftung längere Zeit von der Familie getrennt als Widerstandskämpfer im Untergrund. Nach seiner Verhaftung hat die Familie lange Zeit nichts über sein Schicksal erfahren. Als die Mutter 1946 starb, wurden die vier Kinder bei Freunden der Eltern untergebracht und fanden erst als Erwachsene wieder zusammen.

Ihren Besuch in Engerhafe hatten sie schon lange vorher angekündigt. Nach einem kurzen Imbiss im Gulfhof Ihnen wurden sie von Carl Osterwald und anderen Vereinsmitgliedern zum Mahnmal, an das ehemalige Lagergelände und durch die Ausstellung geführt. Dabei gab es interessante Gespräche, die beim abschließenden Kaffeetrinken im Gulfhof intensiviert wurden. Es ist immer wieder bewegend mitzuerleben, wie wichtig für die Hinterbliebenen so ein Besuch an der Stätte des Leidens und des Sterbens ihrer Angehörigen ist. Die Herzlichkeit, mit der sie auf unsere Bemühungen reagieren, ihrer Verstorbenen zu gedenken und ihnen ein wenig ihrer durch das Naziregime entrissenen Würde zurückzugeben, hat etwas Versöhnliches und bestärkt uns jedesmal wieder, mit der Gedenkarbeit weiterzumachen.

 

nach oben ...

Verein Gedenkstätte KZ-Engerhafe e.V. - Kirchwyk 5 - 26624 Engerhafe