VEREIN GEDENKSTÄTTE KZ ENGERHAFE E.V.

 

 
  
     Totenzettel und Altar

Totengedenken

Wir gedenken der Toten,
nennen und hören ihre Namen,
ihr Alter
und das Land aus dem sie kamen.

Man hatte sie herausgerissen aus allem
und in unser Land geschleppt,
ins Elend – in die Fremde.
Das Vertraute blieb zurück:
Die Eltern, die Frau, die Freundin, die Braut
und die Kinder, die "Papa" zu ihnen sagten.
Die Frau sagte: "Liebster"
und für die Eltern war er "der Junge".
Unter Freunden hatten sie besondere Namen, die nicht jeder nannte.
Nun gab man ihnen in unserem Land eine Nummer:
namenlos sollte das Elend sein.

Man hatte sie herausgerissen aus allem:
aus ihren Träumen und ihren Hoffnungen
aus ihrer Sehnsucht nach Frieden und Glück,
herausgerissen aus ihrem eigenen Leben,
entworfen nach eigenem Plan. -
Sie hätten so gern noch gelebt,
und das Leben gestaltet im Beruf,
im Hause, mit Nachbarn und Freunden.
Doch man trieb sie in unser Land
und nahm ihnen ihr Leben.

Alle haben nun alles verloren:
Die Eltern ihr Kind,
dfie Frau ihren Mann und die Braut ihren "Liebsten",
die Kinder den "Papa"
Und niemand gibt sie zurück.
Es - ist - aus – unwiderruflich: es - ist - aus.

Es bleiben nur Klage und Trauer.
Ich klage es Gott
und höre, dass er mein und aller Hirte ist,
und dass niemand verloren ist,
dass wir bleiben werden im Hause des Herrn immerdar².
Ich höre, dass dies allen gilt:
"Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein"³.
Das sagt Gott,
und jeder ist aufgehoben bei ihm
und unverlierbar geworden für uns.
Wir dürfen sie niemals vergessen.


² Psalm 23
³ Jesaja 43

 

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